KI generiert: Die Hauptinhalt des Bildes ist ein Meeting zur Feier der 10-jährigen deutsch-chinesischen Berufsbildungskooperation.

Im Saal der Handwerkskammer Oldenburg sprachen Vertreter der chinesischen Stadt Changshu mit den Gastgebern über die gemeinsame Weiterbildungskooperation.
© Torsten Heidemann / Handwerkskammer Oldenburg

Gäste aus China interessieren sich für berufliche Ausbildung

Eine Gruppe aus Changshu hat die Handwerkskammer Oldenburg besucht. In den vergangenen Jahren hat sich die Entsendung von deutschen Dozenten in die Wirtschaftsregion Shanghai etabliert.

erstellt am 22. Mai 2026

Oldenburg. Seit mittlerweile zehn Jahren verbindet eine deutsch-chinesische Weiterbildungskooperation Partner aus dem regionalen Handwerk mit Bildungs- und Praxisstandorten in China. Im Mittelpunkt steht die Entsendung erfahrener deutscher Ausbilder, die vor Ort praxisnahe Trainings durchführen und ihr methodisch-didaktisches Know-how in die Qualifizierung von Lehr- und Fachkräften einbringen.

Dr. Ke Deng, Projektleiter des Kooperationsprogramms, ordnete die Zusammenarbeit bei einer Veranstaltung im Saal der Handwerkskammer Oldenburg in einen größeren Zusammenhang ein. „Ausgehend vom Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation hat die Bundesregierung unter Angela Merkel den Transfer des deutschen Modells der dualen Ausbildung forciert“, erklärte Deng. Den ersten Kontakt zur Handwerkskammer habe er selbst auf einer Messe in Hannover geknüpft.

Aus dem Austausch entwickelte sich eine Kooperation, die auf einen konkreten Bedarf reagiert: Fachkräfte in China nach deutschen Qualitätsstandards zu qualifizieren – auch mit Blick auf deutsche Unternehmen, die dort produzieren. „Berufliche Bildung funktioniert dann besonders gut, wenn Lernen und betriebliche Praxis eng zusammenspielen. Genau das bringen die Ausbilder in die Trainings ein – ich bin begeistert von der Entwicklung des Projekts“, sagte Kammerpräsident Eckhard Stein. In China, so Deng, finde der überwiegende Teil der Ausbildung schulisch statt: „Von drei Jahren Ausbildung sind zweieinhalb Jahre Schule. Nur im letzten halben Jahr kommen die jungen Menschen in die Betriebe.“

In seiner Eröffnungsrede betonte Wang Jianguo, Stadtrat von Changshu: „Zusammenarbeit kennt keine Grenzen. Changshu ist ein beliebter Standort für deutsche Firmen und wir schätzen die deutsche Innovation und Präzision.“ Die Wirtschaftsregion – rund 80 Kilometer von Shanghai entfernt – plane, weitere hochwertige Industrie anzusiedeln, Forschungsinstitute zu etablieren und die Infrastruktur durch den Aufbau einer neuen Stadt auszubauen.

Auch Dr. Ke Deng richtete den Blick nach vorn: „Dank günstiger Energie werden die ausländischen Investitionen in China wachsen. Man spürt einen steigenden Bedarf an Handwerk, weil sich Kunden zunehmend individuelle Wünsche erfüllen möchten. Wir wünschen uns ein Meister-Level für Fachkräfte.“ Zugleich sprach Deng die Einladung aus, die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen: „Damit beide Seiten etwas von der Fachkräfteentwicklung haben – und damit wir uns weiterhin über gute Beispiele miteinander verbinden.“

Heiko Henke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Oldenburg, skizzierte darüber hinaus eine mögliche nächste Entwicklungsstufe: Gut ausgebildete chinesische Fachkräfte könnten nach Deutschland kommen und Betriebe des regionalen Handwerks kennenlernen. „In der Kooperation lernen wir viel voneinander. Zurzeit ist der Wissenstransfer, den die Dozenten leisten, der wesentliche Punkt. Aber für die Zukunft nehmen wir uns gerne noch weitere Ziele vor.“