
Im Bau- und Ausbaugewerbe, hier ein Auszubildender im Zimmererhandwerk, liegt die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge auf dem Vorjahresniveau.
© Sascha Schneider
Ausbildungsstart nähert sich rasant
Der Handwerkskammer Oldenburg liegen 1.303 Lehrverträge vor.
erstellt am 1. Juli 2026
Oldenburg. Die meisten dualen Berufsausbildungen beginnen am 1. August oder 1. September. Somit befinden sich die Eintragungen von Ausbildungsverträgen bei den Kammern in der heißen Phase. Im regionalen Handwerk haben die Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Oldenburg zum Stichtag 30. Juni mit 1.303 Lehrverträgen 50 weniger als zum Vorjahreszeitpunkt eingereicht. Die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Stefanie Seyfarth sieht aber noch viel Bewegung in der diesjährigen Eintragungszeit. „Das Aufkommen nimmt zu. Viele Jugendliche scheinen sich spät festzulegen.“
Beim Blick in die Branchen zeigt sich, dass bei den Elektro- und Metallberufen sowie im Kfz-Gewerbe 35 Verträge weniger als vor einem Jahr zu Buche stehen – 731 statt 766 lautet die Zwischenbilanz in der größten Gruppe dieser Statistik. „Im Bau- und Ausbaugewerbe bewegen wir uns hingegen auf dem gewohnten Niveau“, erklärt Seyfarth. In der zweitgrößten Gruppe habe es 225 statt 221 Eintragungen gegeben. Und noch ein Beispiel nennt die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin: „Nach 40 Verträgen im Vorjahr haben wir aktuell 51 bei den Friseurinnen und Friseuren registriert.“
In den Gebieten der Kreishandwerkerschaften (KH) sieht die Entwicklung wie folgt aus: KH Cloppenburg (aktuell 257/Vorjahr 245), KH Ammerland (185/177), KH Vechta (222/224), KH Jade (130/137), KH Delmenhorst/Oldenburg-Land (167/186), KH Oldenburg (246/275) und KH Wesermarsch (95/109).
„Die Betriebe legen eine große Ausbildungsbereitschaft an den Tag. Gleichzeitig nehmen wir wahr, dass die Wertigkeit des Handwerks in der gesellschaftlichen Betrachtung steigt. Unser Wirtschaftszweig hat 136 Berufe. Auch im Handwerk wird Künstliche Intelligenz genutzt – aber KI ersetzt diese Berufe nicht“, sagt Stefanie Seyfarth. „Die handwerkliche Ausbildung gewinnt an Attraktivität. Das hat auch mit Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit zu tun.“