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Sichtlich stolz und erleichtert: Die neuen Raumausstattermeisterinnen und -meister bekamen am Schautag ihre Schmuckmeisterbriefe überreicht.
© Fenja Gralla / Handwerkskammer Oldenburg

16 Kabinen, ein Ziel: der Meisterbrief

Die neuen Meisterinnen und Meister im Raumausstatterhandwerk präsentierten ihre Prüfungsarbeiten und nahmen ihre Schmuckmeisterbriefe entgegen.

erstellt am 27. August 2026

Oldenburg. Beim Schautag in der Fachschule für Raumausstatter der Handwerkskammer Oldenburg konnten die Gäste auf 16 verschiedene Kreuzfahrten gehen – ohne den festen Boden zu verlassen. Die Arbeiten der frisch geprüften Meisterinnen und Meister führten unter anderem nach Griechenland, in ein tropisches Hideaway, in die glamourösen 1920er-Jahre und ins wilde Afrika. 

Die Prüfungsaufgabe war sehr praxisnah: Für einen Kreuzfahrtanbieter sollten die angehenden Meisterinnen und Meister jeweils eine Musterkabine zu einem selbst entwickelten Motto gestalten. Gefragt war nicht nur eine gute Idee, sondern ein stimmiges Gesamtkonzept, das die Wünsche eines fiktiven Kunden aufgreift und handwerklich überzeugend umsetzt. Polsterarbeiten, Bodenbeläge, Wandgestaltung und Dekoration mussten dabei zu einem harmonischen Raum zusammenfinden. 

„Zu jeder Kabine sind für mich direkt die Geschichte und die Entwicklung der einzelnen Meister präsent“, sagte Dozentin Anette Löhr beim Schautag. Genau das mache den besonderen Reiz der Ausstellung aus: Hinter jeder Gestaltung standen viele Stunden der Planung, Erprobung und Überarbeitung und eine persönliche Idee, die während der Prüfung Gestalt angenommen hatte. 

Von der Safari bis zum Motorrad

Die Konzepte hätten unterschiedlicher kaum sein können. Till Hegemann aus Berlin nahm die Gäste mit auf eine „Voyage to the wild“. Inspiriert von Safari-Reisen entwickelte er eine von Naturmotiven geprägte Kabine. Die größte Herausforderung bestand für ihn darin, die verschiedenen Gestaltungselemente zu einer überzeugenden Einheit zu verbinden. Für Hegemann war der Abschluss zugleich ein wichtiger Schritt für seine berufliche Zukunft: „Ich habe den Meister gemacht, um später ausbilden zu können, weil ich meinen tollen Beruf gerne an die nächste Generation weitergeben möchte.“ 

Auch Hanna Kosiankowski aus Bremen setzte auf viele Animal-Prints. Ihr Motto lautete „Grenzenlos Wild“. Das Zeitmanagement während der Prüfung empfand sie als besondere Herausforderung.  Zu ihren persönlichen Erfolgserlebnissen gehörte die Intarsie – eine Arbeitstechnik, die sie während der Meistervorbereitung erlernt und schließlich sicher in ihrer Arbeit umgesetzt hatte. 

Niklas Nau aus Lahntal-Sterzhausen bei Marburg verband seine Arbeit mit einer persönlichen Leidenschaft. Seit seinem dritten Lebensjahr fährt er 
Motorrad. In seiner Dekoration griff er dieses Motiv unter anderem mit einem Federbein als Lampenfuß und Antriebsketten als Wandbespannungsabschluss auf. Den Meistertitel benötigt Nau zudem für seinen nächsten beruflichen Schritt: Er möchte in das Familienunternehmen einsteigen. 

Mehr als ein Brief

Bei der Übergabe der Schmuckmeisterbriefe waren Freude und Stolz bei allen Beteiligten deutlich zu spüren. Hajo Kreye, Leiter der Fachschule und des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer, dankte den Absolventinnen und Absolventen dafür, dass sie für ihre Meistervorbereitung nach Oldenburg gekommen waren und der Fachschule ihr Vertrauen geschenkt hatten. 

Sein Dank galt außerdem den Dozentinnen und Dozenten, den Ausbilderinnen und Ausbildern, dem Prüfungsausschuss, den beteiligten Fachfirmen und den Familien. Sie alle hätten dazu beigetragen, dass aus Ideen fertige Meisterarbeiten wurden und am Ende schließlich der Meisterbrief stehen konnte. 

Dozentin Anette Löhr fand wertschätzende und persönliche Worte für die neuen Meisterinnen und Meister. Sie blickte auf die vielen gemeinsamen Stunden, Erfolge, Herausforderungen und manche Diskussion zurück. „Es war ein ganz besonders toller Kurs, eine schöne Zeit. Wir haben viel gelacht und manchmal auch viel geflucht“, erinnerte sie sich. 

Den Absolventinnen und Absolventen gab sie einen Rat mit auf den Weg: „Verfolgt eure Vision und lasst euch nicht einreden, dass etwas nicht geht. Ich wünsche euch, dass ihr aus dieser Zeit nicht nur den Meisterbrief mitnehmt, sondern auch ein belastbares Netzwerk und die Erfahrung gegenseitiger Unterstützung.“ 

Für die frischgebackenen Meisterinnen und Meister beginnt nun der nächste Abschnitt. Sie können Verantwortung in ihren Betrieben übernehmen, sich in der Ausbildung engagieren und das vielseitige Raumausstatterhandwerk an die nächste Generation weitergeben. Die 16 Kabinen des Schautags machten deutlich: Für diese Reise gibt es viele Routen, aber der Meisterbrief ist ein gemeinsames Ziel.

Grenzenlos Wild: Die Meisterarbeit von Hanna Kosiankowski aus Bremen setzte auf viele Animal-Prints.
Fenja Gralla / Handwerkskammer Oldenburg