KI generiert: Eine Gruppe von Menschen steht in einer Werkstatt um ein Schachbrett herum.

Besuch in der Tischlerwerkstatt: Ministerpräsident Olaf Lies (hinter dem Schachbrett) machte im OL:IN einen Rundgang mit Vertretern der Projektgemeinschaft und weiteren Politikern.
© Marcus Meyer Photography

Menschen nachhaltig in Arbeit bringen

Das Oldenburger Zentrum für Integration und Kompetenzerweiterung (OL:IN) ist eine zentrale Anlaufstelle. Ministerpräsident Olaf Lies lobte das Konzept bei einem Besuch.

Hier werden Menschen mit unterschiedlichen Biografien für Ausbildung und Arbeit vorbereitet: Das OL:IN (Oldenburger Zentrum für Integration und Kompetenzerweiterung) ist ein Gemeinschaftsprojekt. Träger ist das Jobcenter Oldenburg. In der Umsetzung sind die Volkshochschule Oldenburg, die DEKRA Akademie, die Akademie Überlingen und die Handwerkskammer Oldenburg beteiligt.

Ministerpräsident Olaf Lies ist Anfang Februar zu Besuch gekommen. Zunächst ließ er sich bei einem Rundgang von Projektleiterin Claudia Hübner die Werkstätten und weitere Arbeitsbereiche zeigen. Im OL:IN gibt es die Bereiche Logistik, Handwerk, Küche, Hauswirtschaft und Dienstleistung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Hilfe und Unterstützung bei familiären Angelegenheiten, behördlichen Themen oder finanziellen Problemen. Ganz wichtig: die professionelle Beratung durch Jobcoaches und eine dem Sprachniveau entsprechende Deutschförderung.

„Ich habe motivierte und mutige Menschen kennengelernt, die begeistert ihre Fähigkeiten und Stärken entdecken. Orte wie dieser sorgen dafür, dass Integration mit Einsatz und Spaß gelingt“, schrieb Lies im Nachgang in den Sozialen Medien.

Der Ministerpräsident nahm vor Ort an einer Podiumsrunde teil. Er lobte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich auf den Weg für eine stabile berufliche Zukunft machen – sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des OL:IN, die genau für diese Perspektiven ein großes Engagement an den Tag legen. Lies stellte auch den gemeinsamen Ansatz heraus. Es sei klug, die vielen Kompetenzen an einem Ort zu bündeln.

Während der Podiumsdiskussion stellten Vertreterinnen und Vertreter der Häuser ihr Mitwirken und ihre Positionen vor: Kammerpräsident Eckhard Stein sprach beispielsweise den wichtigen Baustein „Einstiegsqualifizierung“ an. Gerade junge Menschen mit Fluchterfahrung haben oft Lernlücken und noch nicht ausreichende Deutschkenntnisse. „Diese Defizite zeigen sich häufig erst, wenn die Ausbildung schon begonnen hat. Eine vorgeschaltete Einstiegsqualifizierung kann hier viel auffangen und nachholen“, sagte Stein.

Ein Problem gebe es allerdings, so der Präsident: Viele Auszubildende mit Fluchthintergrund lehnen einen Wechsel von der Ausbildung in eine EQ ab. Der Grund ist die Ausbildungsduldung. Sie kann bei einer Vertragslösung verloren gehen. Stein betonte: „Die Ausbildungsduldung muss auf die EQ ausgeweitet werden. Bislang liegt das im Ermessen der Ausländerbehörden. Ein Rechtsanspruch würde Sicherheit schaffen.“