Fünf Männer posieren nebeneinander in einem Raum mit großen Fenstern, und einer trägt Bäckerkleidung.

Zulieferer von Betrieben der Sicherheits- und Verteidigungsbranche stehen zunehmend im Fokus von extremistischen Gruppen und weiteren Akteuren. Das Bundesamt für Verfassungsschutz empfiehlt ein klares Risikomanagement.
© Julia Stier / Handwerkskammer Oldenburg

Sicherheitshinweis: Was Betriebe jetzt beachten sollten

Die Sicherheitslage für Unternehmen in Deutschland hat sich spürbar verschärft. Das Bundesamt für Verfassungsschutz empfiehlt ein ganzheitliches Risikomanagement.

Nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) stehen insbesondere Betriebe der Sicherheits- und Verteidigungsbranche – und damit auch mögliche Zulieferer – im Fokus ausländischer Nachrichtendienste und extremistischer Akteure. Auslöser seien unter anderem der andauernde Krieg gegen die Ukraine sowie die Konfliktdynamik im Nahen Osten. Das BfV warnt vor Ausspähung, verdeckter Beschaffung von Technologie und Know-how, Einflussnahme und Sabotage.

Als Beispiel nennt das BfV in einer Mitteilung aus dem Juli eine in Medien kursierende Liste des russischen Verteidigungsministeriums mit europäischen Firmen, die angeblich an Drohnenlieferungen für die Ukraine beteiligt seien; Unternehmen wurden öffentlich als potenzielle Ziele markiert. Zudem verweist das Amt auf Festnahmen wegen mutmaßlicher Agententätigkeit: Verdächtige sollen Informationen zur deutschen Unterstützung der Ukraine und zu Firmen – etwa aus dem Drohnen- und Robotikbereich – weitergegeben sowie mögliche Sabotageobjekte ausgespäht haben.

Auch der Fund einer Kamera in der Nähe militärischer Infrastruktur zeige, wie Logistikketten und Einrichtungen ausgespäht werden könnten. Cyberseitig beobachtet das BfV Phishing-Kampagnen über Messenger-Dienste, die weniger auf Schadsoftware als auf Social Engineering und das Ausnutzen legitimer Sicherheitsfunktionen setzen.

Besonders beachtenswert: Nach Angaben des BfV werden Standortdaten aus der Online-Werbewelt teils handelbar – daraus könnten Bewegungsprofile von Beschäftigten sensibler Branchen abgeleitet werden. Gleichzeitig warnt das Amt vor Sanktionsumgehung bei Exporten sowie vor Aktionen extremistischer Gruppen, die Unternehmen mit bestimmten Auslandsbezügen ins Visier nehmen.

Das BfV empfiehlt ein ganzheitliches Risikomanagement aus physischer Sicherheit, IT- und Organisationsmaßnahmen, regelmäßige Schulungen, zurückhaltende Veröffentlichungen („Need-to-know“), Penetrationstests, VPN-Nutzung sowie klare Social-Media-Regeln. Beschäftigte sollen datensparsam auftreten, private und dienstliche IT trennen und Auffälligkeiten wie Ausspähversuche konsequent melden.

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