Fünf Männer posieren nebeneinander in einem Raum mit großen Fenstern, und einer trägt Bäckerkleidung.

Gelungene Nachfolge: Engelbert Coners (li.), Angelika Blömer-Coners und Daniel Cassens haben eine zweijährige Übergangszeit vereinbart.
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Nachfolger dankt für Vertrauensvorschuss

Angelika Blömer-Coners und Engelbert Coners haben ihr Bestattungsinstitut an Daniel Cassens übergeben.

Daniel Cassens ist auf dem Weg zu einer Trauerfeier. Der Bestattermeister bespricht letzte organisatorische Punkte mit Angelika Blömer-Coners. Dann muss er los.

In diesem Moment trennen sich die Wege der beiden. Diese Geschichte erzählt aber vielmehr, wie sie zueinander gefunden haben. Im Ergebnis steht eine Betriebsnachfolge, die Engelbert Coners als „gelungen“ bezeichnet. Er ist an jenem Tag, als Daniel Cassens zur Trauerfeier fährt, im Urlaub. Auch das passt zur Erzählung: loslassen können, in Teilzeit arbeiten.

Rückblick: Im Jahr 1962 gründeten Anton und Grete Blömer das Beerdigungsinstitut Blömer in Elisabethfehn. Ab 2003 bildeten Angelika Blömer-Coners und ihr Ehemann Engelbert Coners die zweite Generation. „Uns war zu einem bestimmten Zeitpunkt klar, dass wir eine externe Nachfolge suchen. Als wir 60 wurden, befassten wir uns konkreter damit“, sagt Angelika Blömer-Coners.

Zu dieser Zeit, vor gut zwei Jahren mittlerweile, war Daniel Cassens bei einem Bestattungsinstitut in Ostfriesland als Geschäftsführer angestellt. Zehn Jahre zuvor hatte er seine Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Düsseldorf abgelegt. Der Wunsch, in die Selbstständigkeit zu wechseln, war schon lange vorhanden. „Man kann seine Vorstellungen einfach mehr verwirklichen“, sagt Daniel Cassens heute mit 40 Jahren.

So wie er einem Bekannten anvertraute, dass er sich auf die Suche begeben würde, so gingen Angelika Blömer-Coners und Engelbert Coners ebenfalls sehr behutsam mit dem sensiblen Thema um, dass es in Elisabethfehn irgendwann mal einen Wechsel geben wird. „Wir haben jemanden gesucht, der sich mit unseren Werten identifiziert. Wir wollten sicher sein, dass die Familien, die uns in den vergangenen Jahrzehnten ihr Vertrauen geschenkt haben, weiterhin bei uns gut aufgehoben sind“, benennt Engelbert Coners seine Gedanken und die seiner Frau.

Auffassungen decken sich

Und dann kam eine Person ins Spiel, die den Kontakt zwischen beiden Parteien herstellen konnte: „Wir haben sofort eine gute Ebene gefunden. Es herrschte eine klare Kommunikation. Bei mehreren Treffen an verschiedenen Orten haben wir gemerkt, dass wir dieselben Auffassungen haben, insbesondere im Umgang mit den Angehörigen und Verstorbenen“, blickt Cassens auf die Phase des Kennenlernens zurück.

Angelika Blömer-Coners hat die Gespräche auch so empfunden: „Uns ist es wichtig, mit gutem Gewissen unseren elterlichen Betrieb in gute Hände zu übergeben“, sagt die 64-Jährige. Das zentrale Ergebnis: Alle Mitarbeiter, sprich: Bestattungshelfer und Bürokraft, wurden übernommen. Engelbert Coners und Angelika Blömer-Coners unterzeichneten mit der Abmeldung ihres Betriebes jeweils einen Zwei-Jahres-Vertrag in Teilzeit bei Daniel Cassens, der „Bestattungen Blömer – Inhaber Daniel Cassens“ zum 1. Januar 2025 anmeldete und somit als Existenzgründer gilt. In enger Zusammenarbeit mit den ehemaligen Inhabern führt der Bestattermeister seitdem das Unternehmen weiter.

Öffentlichkeitsarbeit

Selbstverständlich ging es zunächst darum, den Wechsel in Elisabethfehn und „umzu“ publik zu machen. Darüber hinaus wurde zum „Tag der Bestatttungskultur“ eingeladen, bei dem Daniel Cassens sich in der Öffentlichkeit vorstellen konnte. Dort gab es Einblicke in das Bestattungswesen, ohne von einem Trauerfall betroffen zu sein. „Ich war überwältigt, wie gut das angekommen ist“, sagt Cassens über die Veranstaltung mit Ausstellern und Fachvorträgen. Auch an Kinder und Jugendliche wird gedacht: So wird beispielsweise weiterhin den Konfirmanden der Betrieb und der Beruf nähergebracht.

Daniel Cassens ist sehr zufrieden mit dem Wechsel nach Elisabethfehn und in die Selbstständigkeit: „Ich bin dankbar für den Vertrauensvorschuss von Angelika Blömer-Coners und Engelbert Coners. Jetzt freue ich mich, dass die zwei Jahre Übergangszeit so gut laufen.“ Und die ehemaligen Inhaber – was machen sie ab 2027? „Wir werden noch mehr die freie Zeit genießen und selbstverständlich Daniel bei Bedarf weiter unterstützen, mit dem beruhigendem Gefühl, mit ihm einen sehr guten Nachfolger gefunden zu haben.“