KI generiert: Zwei Männer schütteln sich vor einem Banner der Handwerkskammer Oldenburg die Hand.

Hat seine Ausbildung mit Innungsmitglied Ralph Heseding absolviert: Klaas Heufer-Umlauf.
© Ricus Dirks

Glückwünsche von Prominenten

Zum 125. Geburtstag der Friseur-Innung Oldenburg gratulieren der Wirtschaftsminister und ein Entertainer, der seine Wurzeln nicht vergessen hat.

„Hallo, liebe Friseur-Innung Oldenburg“ hallt es in den großen Saal der Alten Stadtkasse, während das verschmitzte Grinsen des wohl berühmtesten Ex-Friseurs Deutschlands auf einer Leinwand zu sehen ist. TV-Moderator und Entertainer Klaas Heufer-Umlauf und Grant Hendrik Tonne, niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, sind die prominentesten Gratulanten der Friseur-Innung Oldenburg, die vor 125 Jahren gegründet wurde.

Obermeister Oliver Bremer hat beim Festakt das Grußwort des Ministers zügig anmoderiert. Tonne spricht den über 120 anwesenden Friseurinnen und Friseuren sowie Branchenpartnern aus dem Herzen, als er sagt: „Wer sich an die Regeln hält, darf sich nicht als derjenige fühlen, der als der Dumme dasteht, sondern den gilt es zu bestärken.“ Auch zum Thema Berufsausbildung bringt er eine Position mit: „Ich möchte, dass wir in Niedersachsen einen ganz klaren Meilenstein setzen. Und der lautet: Ich will es nicht akzeptieren, dass junge Menschen ohne Berufsabschluss und ohne Schulabschluss und ohne Ausbildungsabschluss bleiben.

Ruf des Oldenburger Friseurhandwerks eilt voraus

Für Nicole Piechotta, die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Oldenburg, gehören Friseursalons zu dem, was eine Stadt lebendig macht. Ihr Dank gilt daher vor allem jenen, die sich ehrenamtlich in der Innung engagieren: „Sie alle tragen dazu bei, dass handwerkliche Qualität in Oldenburg eine Zukunft hat.“

In der Freiwilligkeit einer Innungsmitgliedschaft sieht auch Kreishandwerksmeister Boris Jersch ihr größtes Kapital, um für die Interessen der Branche einzustehen: „Wir machen das alle freiwillig. (…) Und einige sagen dann Nein, ich will nicht, dass das hier so bleibt. Ich gehe nach Hannover. Ich habe eine Stimme und ich versuche mal, was zu verändern.“

Für Eckhard Stein, den Präsidenten der Handwerkskammer Oldenburg, ist die ehrenamtliche Interessensvertretung ebenso ein wichtiger Bestandteil der Selbstverwaltung des Handwerks: „Für eine starke Handwerksorganisation brauchen wir funktionierende Innungen.“ Immerhin komme ein Großteil derjenigen, die dies auf Kammerebene tun, aus den hiesigen Unternehmer-verbänden. Entsprechend kommt der Präsident nicht mit leeren Händen: Für das langjährige Wirken der Innung hat er die Goldene Ehrenurkunde im Gepäck. 

Das Oldenburger Friseurhandwerk genießt laut Stein aber auch weit über seine eigenen Grenzen hinaus ein hohes Ansehen. Jedes Jahr kommen Friseurinnen und Friseure von weit her nach Oldenburg, um sich in der hiesigen Fachlehranstalt auf den Meistertitel vorzubereiten.

Plädoyer für bessere Rahmenbedingungen und mehr Miteinander

Wissend, dass ihm der Wirtschaftsminister zuhört, schlägt Obermeister Bremer etwas ernstere Töne an: „Steigende Löhne, Energie- und Materialkosten, hohe Abgaben und immer mehr Bürokratie treffen auf eine Branche, in der die Preise nicht beliebig erhöht werden können.“ Als Beispiel für unnötige bürokratische Hürden bringt er die Bonpflicht an: „Bei mir im Salon steht der Papiermüll direkt unter dem Bondrucker, weil fast kein Kunde den Kassenzettel haben möchte – wir sind aber gezwungen, ihn auszudrucken.“ Wichtig ist ihm dabei zu betonen: „Wir wollen keine Sonderbehandlung, aber wir wollen faire Rahmenbedingungen. Dazu gehört für uns beispielsweise schon seit Jahren die Forderung nach der Umsatzsteuersenkung auf 7 Prozent – so wie sie in anderen ähnlich lohnintensiven Branchen auch gilt.“

Aber auch innerhalb der Branche müsse sich etwas verändern, mahnt der Obermeister: „Vor allem brauchen wir eine stärkere Verbindung zwischen den Innungen, den Landes- und Bundesverbänden. Denn nur wenn wir mit einer Stimme sprechen, werden wir auch gehört. Dabei müssen wir das gesamte Friseurhandwerk zusammenbringen. Da sehe ich auch eine der großen Herausforderungen für uns, den großen Salon, die Filialisten genauso wie den kleinen Familienbetrieb, den Barbershop und den Soloselbstständigen.“

Dankesgrüße spricht Obermeister Bremer all denjenigen aus, die in der Vergangenheit und heute am Erfolg der Innung maßgeblich beteiligt sind. Und Klaas Heufer-Umlauf sagt in seinen persönlichen Worten, dass auch er indirekt Einfluss auf die Qualität des Oldenburger Friseurhandwerks genommen habe – nämlich mit seinem Rückzug. Die Lacher hatte er auf seiner Seite – die Sympathie auch.

Obermeister Oliver Bremer (li.) nahm die Ehrenurkunde der Handwerkskammer Oldenburg aus den Händen von Kammerpräsident Eckhard Stein entgegen.
© Ricus Dirks