KI generiert: Das Bild zeigt eine Baustelle mit einem großen, im Bau befindlichen mehrstöckigen Gebäude, umgeben von Gerüsten und Baumaterialien.

Mehr als jeder vierte Betrieb gab an, dass für ihn die kommunale Ebene nicht nur wichtig ist, sondern – nach der Bundesebene – sogar die höchste Bedeutung hat.
© Sascha Schneider

Betriebe bewerten Kommunen

Blitzumfrage zur Wirtschafts- und Konjunkturlage im niedersächsischen Handwerk: Bürokratie ist der größte Belastungsfaktor.

Die Kommunalwahlen im Herbst sind für die Handwerksbetriebe sehr wichtig: Das zeigt eine Umfrage, die der Niedersächsische Handwerkstag (NHT) bei einer Pressekonferenz am Aschermittwoch vorgestellt hat. „An unserer Blitzumfrage zur Wirtschafts- und Konjunkturlage haben sich über 1.100 Handwerksbetriebe beteiligt. Ein Schwerpunkt war diesmal die kommunale Ebene. Mehr als jeder vierte Betrieb gab an, dass für ihn die kommunale Ebene nicht nur wichtig ist, sondern – nach der Bundesebene – sogar die höchste Bedeutung hat“, erklärte NHT-Präsident Mike Schneider.

Die Frage nach der Bewertung der Mittelstandsfreundlichkeit der eigenen Kommune zeigt kein einheitliches Bild:

  • Knapp 21 Prozent der befragten Handwerksbetriebe vergeben die Note „gut“,
  • 44 Prozent stufen die Leistungen der Kommunen als „befriedigend,“
  • etwa 20 Prozent als „ausreichend“ und
  • 16 Prozent als „ungenügend“ oder „mangelhaft“ ein.

„Diese Bewertung zeigt, dass es auf der kommunalen Ebene noch Luft nach oben gibt, die genutzt werden kann“, so Schneider. Bei den notwendigen kommunalen Schwerpunktsetzungen aus der Sicht des Handwerks steht mit 84 Prozent der Rückmeldungen der Wunsch nach einer maßvollen Steuer- und Abgabenpolitik an erster Stelle. Schneider sagte weiter: „Zusätzliche Abgaben, neue Gebühren oder steigende Hebesätze werden sehr kritisch gesehen. Sie treffen die Betriebe direkt in der Kalkulation und nehmen ihnen beispielsweise Spielräume für Investitionen.“

Auf Platz zwei folgte mit 68 Prozent eine leistungsfähige Verwaltung und auf Platz drei nannten 53 Prozent gute wirtschaftliche Standortbedingungen. „Es ist wichtig für die Kommunalpolitikerinnen und -politiker, die eigene Kommune unter den genannten Gesichtspunkten zu prüfen und frühzeitig auf die Innungen, Kreishandwerkerschaften und die Handwerkskammern zuzugehen, die die konkreten Anliegen des Handwerks vor Ort bündeln“, appelliert der Spitzenvertreter des Handwerks.

„Die gute Nachricht auch für die Kommunen ist, dass 80 Prozent der niedersächsischen Handwerksbetriebe ihre aktuelle Lage als „gut“ oder „befriedigend“ bewerten. Damit ist die Gesamtverfassung im niedersächsischen Handwerk insgesamt weiterhin solide, allerdings ist auch eine gedrückte Stimmung im Handwerk spürbar“, so Schneider.

Zum Start 2026 sind gemäß der Umfrage neben der Bürokratie als dem größten Belastungsfaktor auf Platz 1, die Steuer- und darunter vor allem die Sozialabgaben - auf Platz 2. Die Fachkräftegewinnung landet auf Platz 3 der größten betrieblichen Herausforderungen. Fast 40 Prozent der Betriebe konnten im vergangenen Jahr nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Das verschärft den Nachwuchsengpass zusätzlich, während zugleich Renteneintritte der Babyboomer bevorstehen. „Der politische Handlungsbedarf ist somit auf allen Ebenen sehr hoch“, betonte NHT-Präsident Schneider.