Das Handwerk setzt sich für eine bessere Mobilität von Auszubildenden ein.
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Mobilität von Auszubildenden fördern

Handwerk plädiert für 365-Euro-Azubi-Ticket

erstellt am 16. Oktober 2020

Hannover/Oldenburg. Die Steigerung der Mobilität von Auszubildenden soll kurzfristig umgesetzt werden. Dies empfiehlt der Landesausschuss für berufliche Bildung (LABB) einvernehmlich der niedersächsischen Landesregierung. Das Beratungsgremium, in dem die Wirtschafts- und Sozialpartner vertreten sind, spricht sich für ein Azubi-Ticket zu 365 Euro im Jahr – sprich 1 Euro pro Tag - aus.

„Ein solches Angebot wird in anderen, angrenzenden Bundesländern bereits umgesetzt und gut angenommen. Die Bildungsinfrastruktur kann hiermit in einem Flächenland wie Niedersachsen gesichert und damit die Attraktivität der dualen Ausbildung nachhaltig gesteigert werden. Ein wesentlicher Punkt ist für die Auszubildenden die Erreichbarkeit der für sie relevanten Bildungsstätten und auch aller anderen Orte in ganz Niedersachsen“, sagt Heiko Henke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Oldenburg und Federführer der niedersächsischen Handwerkskammern für den Bereich Bildung.

„Die Duale Ausbildung im Handwerk muss durch das Land weiter gestärkt werden“, so Henke weiter. „Es ist daher der richtige Ansatz, finanzielle Entlastungen und gleichrangige Wertschätzung gegenüber akademischen Angeboten auch direkt spürbar zu machen.“

Dieses ist grundsätzlich durch eine landesseitige Übernahme von Beförderungskosten in zwei Strängen möglich: Zur Stärkung der (Gesamt)-Mobilität wird daher durch den LABB empfohlen, ein Angebot des bestehenden ÖPNV in Form eines durch das Land zumindest in Teilen bezuschussten Angebotes über das 365-Euro-Azubi-Ticket einzuführen. Allerdings ist in den Regionen des ländlichen Raums, in denen kein ÖPNV hinreichend gewährleistet ist, eine ausreichende Kompensation für die Entstehung von Fahrtkosten zu den Ausbildungsorten aus Landesmitteln zu berücksichtigen. Dies ist etwa bei Einsatz eines Pkw oder anderer Verkehrsmittel mit zubedenken.

„Wir würden uns – auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der Bedeutung des Handwerks als stabiler Wirtschaftszweig – vom Land wünschen, dass es die Duale Ausbildung als einen der wichtigsten Pfeiler für ebendiese Wirtschaft entsprechend nachhaltig stärkt. Wir sehen es daher als gerechtfertigt an, dass das Land zeitnah mit den zuständigen Verkehrsverbünden ein entsprechendes ÖPNV-Angebot für Schüler und Azubis verhandelt“, stellt Heiko Henke klar.