Die Coronakrise macht unter anderem Handwerksbetrieben zu schaffen, die der Industrie zuliefern. Aber auch die personenbezogenen Dienstleister spüren bereits erste Folgen.
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Handwerksbetriebe funken SOS

Kammer und Innungen: Finanzhilfen sind dringend nötig

erstellt am 18. März 2020

Oldenburg. Auftragseinbrüche, Lieferengpässe, Kurzarbeit: In den 12.700 Handwerksbetrieben im Oldenburger Land herrscht große Unsicherheit. Vor allem bei den Kleinstbetrieben und denjenigen, die sich erst in den vergangenen Jahren selbständig gemacht haben, geht es um die Existenz. „Sie wissen nicht, wie sie ihre laufenden Kosten decken sollen“, schlägt Kammerpräsident Eckhard Stein Alarm.

„Für die gesamte Wirtschaft geht es jetzt um Liquidität. Selbst die von der Bundesregierung angekündigten unbegrenzten Kredithilfen könnten nicht ausreichen. Allein am Dienstag haben uns 150 Betriebe gemeldet, dass sie konkrete Maßnahmen zur Sicherung des Fortbestandes ihrer Firmen benötigen. Es geht also übersetzt darum, dass die Butter aufs Brot muss!“, so der Kammerpräsident.

Zusammen mit den Kreishandwerkerschaften und den dort angeschlossenen Innungen fordert die Handwerkskammer Oldenburg dringende Finanzhilfen, die unbürokratisch auf den Konten der Betriebe landen. „Knapp 90.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im regionalen Handwerk beschäftigt. Wirtschaftsminister Altmaier hat gesagt, dass kein gesundes Unternehmen wegen Corona in die Insolvenz gehen und dass kein Arbeitsplatz verlorengehen sollte. Dieses Ziel gelingt aus unsere Sicht nur, wenn jetzt rasch Gelder fließen“, so die Vertreter der Handwerksorganisation.

Die Krise mache sich auf allen Ebenen bemerkbar: Kunden bleiben weg, Aufträge werden storniert, Mitarbeiter melden sich krank. Zudem gibt es eine große Verunsicherung durch die angeordneten Ladenschließungen. Viele Handwerker haben Werkstatt- und Ladenbetrieb. Hier gilt: Betriebe müssen sich mit Detailfragen zu Schließungen an die Städte und Landkreise wenden. Nur die örtlichen Gesundheitsämter können Auskunft geben, ob die Ausübung ihrer Geschäfte zulässig ist oder nicht.

Bis zum 18. April ruht der Lehrgangs- und Prüfungsbetrieb im regionalen Handwerk. Die Geschäftsstellen der Kreishandwerkerschaften und die Standorte der Handwerkskammer haben ihren Publikumsverkehr fast komplett heruntergefahren. Informationen gibt es über die Internetseiten und die Sozialen Netzwerke. Die Handwerkskammer hat zudem eine zentrale Mailadresse eingerichtet: corona@hwk-oldenburg.de