Manfred Kurmann (li.) bekam die Urkunde, Ehrenpräsident der Handwerkskammer Oldenburg zu sein, von Kammerpräsident Eckhard Stein überreicht.
© Torsten Heidemann / Handwerkskammer Oldenburg

Erhebliche Umsatzverluste im regionalen Handwerk

Manfred Kurmann auf Kammer-Vollversammlung geehrt

erstellt am 17. Juni 2020

Oldenburg. Von einer guten Konjunkturlage ging es abrupt in den Abschwung: So hat Kammerpräsident Eckhard Stein die Lage im regionalen Handwerk bei der Vollversammlung der Handwerkskammer Oldenburg an diesem Mittwoch beschrieben. „Die Pandemie hat auch uns mit Wucht getroffen. Die Bandbreite der Betroffenheit ist groß. Insgesamt müssen wir leider feststellen, dass die Umsatzverluste erheblich sind“, sagte Stein.

Mitte Mai berichteten deutschlandweit 63 Prozent der Betriebe von Umsatzrückgängen, 45 Prozent von Auftragsstornierungen, 33 Prozent von fehlendem Material und 24 Prozent von Personalmangel. Präsident Stein und Hauptgeschäftsführer Heiko Henke trugen zudem Rückmeldungen der Mitgliedsbetriebe vor. Demnach habe es ein hohes Beratungsaufkommen zu den Finanzhilfen und Hygienevorschriften gegeben. Mittlerweile rücke das Thema „Ausbildung“ wieder mehr in den Fokus.

„Wir freuen uns, dass im Konjunkturprogramm eine Ausbildungsprämie für die Betriebe enthalten ist. Allerdings brauchen wir jetzt schnell Klarheit über die Details“, sagte Eckhard Stein. Die politische Absicht laute, 2.000 Euro für jeden Ausbildungsplatz zu zahlen, wenn der Betrieb die Anzahl seiner Ausbildungsplätze im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren konstant hält. Baue er zusätzliche Plätze auf, erhielte er 3.000 Euro pro neuen Lehrvertrag. Das Geld würde nach der Probezeit ausgezahlt.

Eine besondere Auszeichnung erhielt Manfred Kurmann. Der Zimmer- sowie Maurer- und Betonbauermeister ist nun Ehrenpräsident der Handwerkskammer Oldenburg. Kurmann war von 2014 bis 2019 Präsident der Kammer. Sein Nachfolger Eckhard Stein überreichte ihm die Urkunde und würdigte seine Verdienste: „Der Einsatz von Manfred Kurmann für die duale Bildung, für die Qualität in der Ausbildung sowie für die Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit der Bildungswege war großartig.“ Stein betonte drei Attribute von Kurmann: „Tatkräftig. Schnörkellos. Zielorientiert.“

Zuvor beschloss die Vollversammlung einstimmig ein Grundsatzpapier „Nachhaltigkeit und Handwerk“. Dabei handelt es sich um eine Darstellung der Leistungen und Potenziale des Handwerks in den drei Feldern Ökonomie, Ökologie und Soziales entsprechend der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Hauptgeschäftsführer Heiko Henke: „Das Handwerk ist ein Garant für Nachhaltigkeit. Für uns und für nachfolgende Generationen wird der Umgang mit Ressourcen zu einem großen Thema.“

Der Vollversammlung gehören 26 Arbeitgeber- und 13 Arbeitnehmervertreterinnen und –vertreter an. Das oberste Gremium der Handwerkskammer tagt zweimal jährlich. Aufgrund der Pandemie fand die Versammlung diesmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zum 31. Mai lag die Zahl der Mitgliedsbetriebe bei 12.855 (Vorjahr: 12.696). Zurzeit finden persönliche Beratungen nach vorheriger Terminabsprache in gesonderten Räumlichkeiten und unter Einhaltung der Hygienevorschriften statt.