Wolfgang Jöhnk (l.) hat den Geschäftsbereich Berufsbildung an Kai Vensler übergeben.
© Handwerkskammer Oldenburg/Torsten Heidemann

Große Veränderungen erlebt und gestaltet

Wolfgang Jöhnk nimmt Abschied von der Handwerkskammer

erstellt am 22. August 2019

Oldenburg. Nach über 31 Jahren ist der Tag des Abschieds an diesem Freitag gekommen: Wolfgang Jöhnk, Geschäftsbereichsleiter Berufsbildung bei der Handwerkskammer Oldenburg, geht in den Ruhestand. Seinen Nachfolger Kai Vensler hat er in den vergangenen Monaten eingearbeitet. Wie Vensler 2013, so startete Jöhnk als Ausbildungsberater bei der Kammer. Nur dass wir bei mir vom 1. Juli 1988 reden“, schmunzelt der Diplom-Ökonom und Bildungsexperte.

In seiner Dienstzeit hat es große Veränderungen gegeben. Fingen damals pro Jahr 3600 Auszubildende an, so sind es heute eher 2800. „Es gehörte zum guten Ton für Haupt- und Realschüler, ins Handwerk zu gehen“, so Jöhnk. „Die Universität, das war etwas für wenige Schulabgänger.“ In der Handwerkskammer hatte er schnell ein bis dato nicht erschlossenes Aufgabenfeld identifiziert: Systematische Kontakte zwischen der Kammer und den Schulen, um den jungen Menschen eine bessere Orientierung und Vorbereitung auf das Berufsleben zu geben.

„Wolfgang Jöhnk hat den ‚Tag der Ausbildung‘, unsere große jährliche Berufsorientierungsmesse, erfunden und etabliert“, nennt Hauptgeschäftsführer Heiko Henke einen wesentlichen Verdienst von Jöhnk. Dem Chef fallen aber noch viele andere Dinge ein: „Egal ob Gesellenprüfungen, Berufsbildungsausschuss, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, der Austausch mit der französischen Partnerkammer oder Nachwuchswerbung: Wolfgang Jöhnk war und ist ein Organisationstalent.“ Zudem habe er als Bildungsreferent und Geschäftsbereichsleiter die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets verlässlich geführt und war für die Kammer auch in Gremien auf Landes- und Bundesebene aktiv.

Zum Abschied erinnerte sich Wolfgang Jöhnk an weitere Meilensteine: Die Entwicklung einer Ausbildungsbroschüre für die Schulen, die Einführung der Mobilitätsberatung, das Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes und die Hilfe des Handwerks für geflüchtete Menschen seit dem Jahr 2015. „Es war immer spannend, weil es ständig neue Themen und Herausforderungen gab“, bilanziert Jöhnk und betont zugleich: „Der Kern ist geblieben – nämlich die duale Ausbildung. Für dieses Modell muss gekämpft werden. Die Politik muss die duale Ausbildung wieder stärker fördern, denn Fachkräfte sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.“