Ausbildung im Maurerhandwerk: Hier stieg die Zahl der neu vereinbarten Verträge im Vergleich zum Vorjahr.
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Über 2.300 junge Menschen starten in die Ausbildung

Handwerkskammer: Noch viel Bewegung auf dem Markt

erstellt am 1. August 2019

Oldenburg. Von A wie Anlagenmechaniker bis Z wie Zweiradmechatroniker: Der Handwerkskammer Oldenburg lagen zum 31. Juli insgesamt 2.353 neue Ausbildungsverträge vor. Im Vergleich zum Vorjahresdatum bedeutet dieser Wert eine geringe Abnahme um 0,9 Prozent. „Die Aufgabe, Auszubildende für den eigenen Betrieb zu finden, ist groß“, sagt Wolfgang Jöhnk, Geschäftsbereichsleiter Berufsbildung.

Dennoch gab es Ausbildungsberufe, in denen die Zahlen stiegen: Maurer wählten 105 (+14), Dachdecker 57 (+9), Land- und Baumaschinenmechatroniker 90 (+19) und Friseur 127 (+15) junge Menschen. Sinkende Zahlen sind in den Berufen Kraftfahrzeugmechatroniker (-25 auf 321 Ausbildungsverträge), Metallbauer (-20 auf 141) und Elektroniker (-18 auf 290) festzustellen. Die Zahl der neuen Auszubildenden im Bäckerhandwerk sank um zehn auf 14 Ausbildungsverträge und stellt somit einen Tiefpunkt dar.

„Es ist noch viel Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt“, stellt Jöhnk fest und meint damit auch die Ausbildungsverhältnisse, die am 1. September und später beginnen. „Wir bekommen täglich Verträge zugeschickt. Wer sich jetzt noch für eine handwerkliche Ausbildung bewerben möchte, kann dies tun.“ Er geht davon aus, dass rund 300 Plätze unbesetzt bleiben. Einerseits würden die Betriebe gerne mehr ausbilden, um die Fachkräfte von morgen zu bekommen. Andererseits stehen weniger Schulabgänger als noch vor 20 Jahren bereit.

Bei den aktuellen Zahlen sind in den Stadtgebieten Wilhelmshaven (+22,3 Prozent) und Oldenburg (+10,5 Prozent) die größten Zuwächse zu vermelden. Es folgt der Landkreis Oldenburg (+8,4 Prozent). Leicht positiv ist der Trend im Ammerland (+0,9 Prozent). Rückgänge gab es in Delmenhorst (-3,0 Prozent), im Landkreis Cloppenburg (-3,8 Prozent), im Landkreis Vechta (-5,2 Prozent), im Landkreis Friesland (-5,4 Prozent) sowie in der Wesermarsch (-10,1 Prozent).

Was das Image der handwerklichen Berufe angeht, so sagt Geschäftsbereichsleiter Wolfgang Jöhnk: „Die hohe Qualität der handwerklichen Berufsausbildung, zu der auch der neueste Stand der Technik einschließlich der Digitalisierung gehört, wird von außen zu wenig wahrgenommen. In den Köpfen der Eltern hat sich zumeist ein veraltetes Bild festgesetzt. Handwerk bietet erfüllende Tätigkeiten, Teamwork und Aufstiegschancen hin bis zum erfolgreichen Unternehmer.“