Verleihung des Innovationspreises des niedersächsischen Handwerks (v.l.): Jörg Littwin, Imke Littwin, Rico Heinemann, Mechthild Heinemann, Stephan Weil, Nicole Urban-Sprock, Thomas Sprock, Manuela Härtelt-Dören und Karl-Wilhelm Steinmann.
© Handwerkskammer Oldenburg / Torsten Heidemann

Strahlende Gesichter (v.l.): Manfred Kurmann (Vorstand Karl-Möller-Stiftung), Imke Littwin (Controlling Littwin Systemtechnik), Eckhard Stein (Präsident der Handwerkskammer Oldenburg), Jörg Littwin (Geschäftsführung Littwin Systemtechnik) und Kay Lutz Pakula (Beauftragter für Innovation und Technologie bei der Handwerkskammer Oldenburg)
© Handwerkskammer Oldenburg / Torsten Heidemann

Regionaler Triumph beim Innovationspreis Niedersachsen

Alle Sieger sind Handwerksbetriebe aus dem Oldenburger Land

erstellt am 7. November 2019

Hannover/Oldenburg. Elsfleth, Wüsting, Oldenburg: Die drei Gewinner des Innovationspreises des niedersächsischen Handwerks 2019 kommen alle aus dem Bezirk der Handwerkskammer Oldenburg. Die Karl-Möller-Stiftung verleiht die Auszeichnung für zukunftsweisende Produkt- und Verfahrensentwicklungen seit über 30 Jahren. „Die komplette Besetzung des Siegertreppchens ist für uns herausragend“, strahlte Kammerpräsident Eckhard Stein am Mittwoch bei der Preisverleihung in Hannover. Ministerpräsident Stephan Weil, Schirmherr der Karl-Möller-Stiftung, sagte: „Mit dem Preis werden erfolgreiche Projekte in der Öffentlichkeit bekannter und zu Vorbildern für andere Unternehmen.“

Die Jury zeichnete die Oldenburger Firma Littwin Systemtechnik GmbH & Co KG mit dem ersten Preis aus. Das Unternehmen mit Geschäftsführer Dipl. Ing. Jörg Littwin an der Spitze überzeugte mit der Entwicklung einer Kabelüberwachung mit Fehlerortung (KÜ705-FO). Die Kabelüberwachung und -sicherung spielt in vielen Bereichen eine große Rolle – national und international. Die KÜ705-FO bietet nunmehr die Möglichkeit, erdverlegte, schwer zugängliche Kupfer-Kommunikationskabel entlang von Autobahnen, Schienennetzen und Energietrassen nicht nur überwachen zu können, sondern im Fall einer Schadenfeststellung auch den genauen Standort des Schadens zu ermitteln. Bei bis zu 30 km langen Kabeln gestaltete sich bislang die Fehlersuche zeitlich und personell sehr aufwändig. Mit der Fehlerortung der KÜ705-FO können auftretende Fehler im Kabel nunmehr bereits von der Zentrale aus entscheidend lokalisiert werden, um dann schnell vor Ort behoben zu werden.

Bei den weiteren Plätzen gab es keine Rangfolge. Die Firma Urban GmbH & Co. KG aus Hude-Wüsting wurde für die Entwicklung des VitalControl-Gesundheitsmanagementsystems für Nutztiere ausgezeichnet. Die zentrale Hardwarekomponente des Systems ist ein Handgerät zur Messung der Körpertemperatur und für die Bewertung der Gesundheit von Nutztieren. Mit diesem neu entwickelten Nutztierthermometer wird dem Landwirt erstmalig ein Werkzeug an die Hand gegeben, mit dem er für seine Tiere sowohl die Temperaturhistorie als auch den Allgemeinzustand und das Gewicht mit geringem Aufwand lückenlos erfassen und auswerten kann.

Die Jury wählte zudem Rico Heinemann, Firma Heineman(n)ufaktur aus Elsfleth als Preisträger aus. Ausgezeichnet wird die Entwicklung des „Heinelifter“, einer Zug-Hebe-Vorrichtung zum Verladen eines Zweirades auf eine erhöhte Fläche wie beispielsweise auf die Ladefläche eines Fahrzeuges (Pick-up, Transporter) oder eines Anhängers. Zudem kann der „Heinelifter“ auch in Werkstätten als Hebevorrichtung für reparaturarbeiten an Zweirädern eingesetzt werden, um diese auf eine Arbeits-/Transportebene zu heben. Das innovative Pick-Up System führt zu mehr Sicherheit und stellt eine deutliche Verbesserung zu den in Europa sonst üblichen Fahrzeug-Anhängern für Zweiräder dar.

Die Vorstandsvorsitzende der Karl-Möller-Stiftung Manuela Härtelt-Dören, Vorstand Manfred Kurmann und der Vorsitzende des Kuratoriums Karl-Wilhelm Steinmann hoben die relevante Rolle der innovativen Handwerksbetriebe für Wirtschaft und Gesellschaft hervor. Schon immer habe das Handwerk klug auf sich veränderte Märkte und neue Technologien mit der Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen, Verfahren und Vermarktungswege reagiert. Grundlage dafür seien vor allem die hohe Bereitschaft der Unternehmerinnen und Unternehmer sowie der Beschäftigten, sich kontinuierlich weiterzubilden und den Wandel nicht als Last, sondern als positive Herausforderung anzunehmen.

Die nach dem 1993 verstorbenen, ehemaligen Wirtschaftsminister Karl Möller benannte Stiftung besteht seit dem Jahr 1981. Mit der diesjährigen 19. Preisverleihungsveranstaltung hat die Karl-Möller-Stiftung bisher an insgesamt 78 innovative Handwerker den „Innovationspreis des Niedersächsischen Handwerks“ verliehen. Alle aktuellen Preisträger haben von der Innovationsförderung des Landes Niedersachsen profitiert und wurden bei der Antragstellung von Kay Lutz Pakula betreut. Er ist der Beauftragte für Innovation und Technologie bei der Handwerkskammer Oldenburg.