Fingerfertigkeit war bei den Marzipanfiguren am Stand der Konditoren gefragt.
© Handwerkskammer Oldenburg / Fenja Gralla

Fast von allein: Die ferngesteuerte Rüttelplatte war ein Highlight.
© JHandwerkskammer Oldenburg / Fenja Gralla

Jedes Jahr ein Hingucker: Die Bauhandwerke präsentiert vom Bau-ABC Rostrup.
© Handwerkskammer Oldenburg / Fenja Gralla

Handwerk auf dem Stundenplan

Schüler lernen auf Bildungsmesse Handwerksberufe kennen

erstellt am 26. September 2019

Oldenburg. Werkbank statt Schulbank hieß es am Donnerstag für über 1.600 Schülerinnen und Schüler aus der Region. Auf der Berufsinformationsmesse „Tag der Ausbildung“ auf dem Gelände des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer Oldenburg, konnten sich die Jungen und Mädchen nicht nur über die Ausbildung in 35 Handwerksberufen informieren, sondern auch selber Bohrer, Lockenwickler oder Hammer schwingen. 

„Darum geht es uns beim Tag der Ausbildung: Das Handwerk erleben. Die Schülerinnen und Schüler sollen mit Auszubildenden ins Gespräch kommen und durch erste Handgriffe die einzelnen Berufe näher kennenlernen“, erklärte Kai Vensler, Leiter des Geschäftsbereichs Berufsbildung das Konzept der Berufsinformationsmesse. „Der Kontakt zum Handwerk ist heute leider nur noch bei wenigen Schülerinnen und Schülern gegeben. Wir wollen ihnen schon in jungen Jahren zeigen, was dieser Wirtschaftszweig alles zu bieten hat und auch darlegen, dass man es im Handwerk weit bringen kann.“ Dazu trugen die vielen Innungen, Institutionen, Verbände und Unternehmen bei, die sich mit ihrem Handwerk präsentierten. Die Stände wurden oft von Auszubildenden betreut, die mit den Jugendlichen auf Augenhöhe sprachen und ihnen von ihren eigenen Erfahrungen im Handwerk berichten konnten.

Auch in der 19. Auflage der Messe hat sich die Mischung aus Mitmach- und Informationsangebot bewährt und kam bei den Schulklassen und den Betreuern der Stände gut an. „Es haben schon einige nachgefragt, was man als Raumausstatter macht und ob man sich in einem Praktikum ausprobieren kann“, berichtete Jan-Eike Janßen, Raumausstattermeister bei Stöhr & Janßen in Oldenburg. Zusammen mit Wiebke Bruns von Wohnausstattung Düßmann GmbH & Co. KG aus Hatten-Sandkrug, betreute er den Stand der Raumausstatter- und Sattler Innung Oldenburg. „Wir wollen zeigen, was unseren Beruf wirklich auszeichnet und dass wir nicht nur da sind, um einen Raum hübsch zu dekorieren“, so Bruns.

Aufklärungsarbeit über ihr Gewerk leisteten auch Arne Reinke und Cehan San, beide Meister im SHK-Handwerk und Mitglied in der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Oldenburg. „Unser Beruf ist so vielfältig und spannend und das wollen wir den junge Leuten vermitteln. Außerdem ist es wichtig zu erklären, dass man auch ohne Abitur im Handwerk richtig Karriere machen kann“, meinte Reinke. Den Tag der Ausbildung als Möglichkeit für Nachwuchs zu werben, finden beide sehr gut: „Hier kommen sehr viele Schüler vorbei. Einige interessieren sich auch für ein Praktikum, was natürlich super ist und vielleicht zu einem Ausbildungsplatz führen kann“, so San. Als selbstständiger Inhaber von San Haustechnik weiß er um die schlechte Bewerbersituation in seiner Branche. „Deshalb ist es wichtig, die Schüler direkt anzusprechen. Wir zeigen, wie geil unser Beruf ist und dass wir durch unserer Hände Arbeit anderen Leuten helfen können.“

Auch Kai Vensler hofft, dass durch die Bildungsmesse einige Jugendliche zum Nachdenken angeregt werden: „Das Handwerk braucht Auszubildende, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Wenn wir heute mit dem Angebot beim Tag der Ausbildung die Neugier auf diese Berufe geweckt haben, dann hätten wir unser Ziel erreicht.“

Weiterführende Informationen zur Ausbildung, zur Bewerbung oder zu konkreten Ausbildungsstellen bekamen die Jugendlichen an den Beratungsständen der Handwerkskammer, der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, den berufsbildenden Schulen, des Jobcenters und der Bundesagentur für Arbeit.