Bei Malern und Lackierern sowie im gesamten Handwerk erhielten die Auszubildenden gute Bewertungen in Sachen Zuverlässigkeit, Disziplin und Motivation.
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Betriebe stellen Auszubildenden gutes Zeugnis aus

Umfrage bescheinigt dem Handwerksnachwuchs Zuverlässigkeit

erstellt am 13. September 2019

Oldenburg. Bei einer Umfrage unter 2100 niedersächsischen Handwerksbetrieben haben 546 Unternehmen aus dem Oldenburger Land ihre Auszubildenden positiv beurteilt. „Sehr zufrieden“ zeigten sich 23,2 Prozent, „zufrieden“ waren 67,2 Prozent und „unzufrieden“ lediglich 9,7 Prozent. „Das Sozialverhalten spielt für die Betriebe eine ganz wichtige Rolle“, leitet Kai Vensler, Geschäftsbereichsleiter Berufsbildung bei der Handwerkammer Oldenburg, aus den Ergebnissen ab.

Bei den „sehr zufriedenen“ Betrieben landeten die Merkmale „Zuverlässigkeit“, „Disziplin und Umgangsformen“, „Motivation und Teamfähigkeit“ sowie „Interesse und Aufgeschlossenheit“ auf den vordersten Plätzen. Bei den Kritikpunkten wurden zwei Fähigkeiten häufig genannt: Zum einen das Beherrschen von elementaren Rechenfertigkeiten, zum anderen das mündliche und schriftliche Ausdrucksvermögen. „An dieser Stelle sind vor allem die Elternhäuser und Schulen gefordert, Wert auf eine gute Grundbildung zu legen“, so Vensler. „Viele Firmen unterstützen ihre schwächeren Auszubildenden mit Nachhilfe.“

Generell ist den an der Umfrage beteiligten Betrieben der Handwerkskammer Oldenburg die Ausbildung wichtig. 98 Prozent sind am Thema interessiert. „Ausgangsbasis für einen Ausbildungsvertrag ist und bleibt das Praktikum. Hier unterbreiten 96,3 Prozent der Befragten Angebote“, erklärt Vensler. An Veranstaltungen zur Berufsorientierung an Schulen nehmen 65,1 Prozent teil.

Schulische Leistungen sind im Handwerk nicht allein ausbildungsentscheidend. Auf die Frage: „Wie wichtig sind Ihnen die Schulabschlussnoten oder der Schulabschluss?“, antworteten 35,2 Prozent „wichtig“, 60,5 Prozent „weniger wichtig“ und 4,3 Prozent „überhaupt nicht wichtig“. „Das zeigt, dass im Handwerk grundsätzlich alle Jugendlichen eine Chance haben“, sagt Kai Vensler.

Die meisten Auszubildenden im Handwerk besitzen einen Haupt- oder Realschulabschluss. Der Anteil an jungen Menschen mit Hochschulgangsberechtigung ist in den vergangenen Jahren in der Region gestiegen - von 7,8 Prozent im Jahr 2014 auf 12,9 Prozent in 2018.

Die Antworten aus dem Kammerbezirk Oldenburg spiegeln die Gesamtergebnisse aus Niedersachsen wieder. Die Umfrage fand im August statt. Die Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen hatte die Durchführung für die sechs niedersächsischen Handwerkskammern übernommen.