Aktionstag Unternehmensnachfolge durch Frauen

Die bundesweite Gründerinnenagentur (bga) ruft zum bundesweiten Aktionstag zur Unternehmensnachfolge durch Frauen am 21. Juni auf.

erstellt am 20. Juni 2019

In den Jahren 2018 bis 2022 stellt sich in gut 150.000 Familienunternehmen die Frage, wer auf dem Chef- bzw. Chefinnensessel Platz nehmen wird. In diesen Unternehmen wird die Eigentümerin oder der Eigentümer alters- oder krankheitsbedingt aus dem Unternehmen ausscheiden oder versterben. Von der Nachfolgeregelung sind in diesem Fünf-Jahres-Zeitraum 2,4 Millionen Beschäftigte betroffen, so das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn.

Das bedeutet: 30.000 Unternehmen und 480.000 Beschäftigte suchen jedes Jahr in Deutschland eine neue Chefin (oder auch einen neuen Chef). Insofern ergeben sich für viele hoch qualifizierte Frauen neue Karrierewege in der Unternehmensnachfolge. Dennoch liegt der Frauenanteil bei Betriebsübernahmen aktuell nur zwischen 13 und 23 Prozent.

„Wir wollen diesen Frauenanteil mit unserem Beratungsservice steigern“, erklärt Annika Hörnschemeyer, die Nachfolgemoderatorin für die drei Handwerkskammern Oldenburg, Ostfriesland und Osnabrück, die sich auch speziell um die Interessen von Frauen in der Übergeber- bzw. Übernehmerrolle kümmert. Rund ein Drittel von rund 12.700 Betrieben im Kammerbezirk Oldenburg stehen in den nächsten fünf Jahren zur Übergabe an. Die Handwerkskammern unterstützen, beraten und begleiten Frauen im Handwerk durch ihr umfangreiches Beratungs- und Weiterbildungsangebot.

Hörnschemeyer: „Wir helfen Frauen, einen passenden Betrieb zu finden und unterstützen sie mit unserem Netzwerk von Experten bei der Bewältigung der Voraussetzungen. Bei Bedarf qualifizieren wir die Interessentinnen und machen Sie fit für die Leitung eines Betriebes.“ Hörnschemeyer verweist zudem darauf, dass die Übernahme eines etablierten Betriebes eine attraktive Alternative zur Neugründung darstellt, da die häufig mühsame Aufbauphase entfällt. So kann direkt auf einen vorhandenen Kundenstamm und ein eingespieltes Mitarbeiterteam zurückgegriffen werden.

Info: Annika Hörnschemeyer ist Nachfolgemoderatorin in der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim für das vom nds. Wirtschaftsministerium und dem Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderte Projekt „Nachfolge im Handwerk meistern!“ und verweist auf den Aktionstag Unternehmensnachfolge durch Frauen am 21. Juni.