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Finanzhilfen während der Coronakrise

Achtung: Falsche E-Mails im Umlauf!

Zurzeit bekommen Unternehmen E-Mail-Nachrichten zugestellt, die den Eindruck vermitteln, der Absender sei die NBank. In der Anlage der E-Mail befinden sich zwei PDFs, eine „Rechtsbelehrung_Zuschussempfänger“ und eine „Bescheinigung_Finanzamt“. Wer eine solche E-Mail erhält, sollte auf keinen Fall (!) den Anhang öffnen und auf keinen Fall antworten, sondern die E-Mail löschen. Das Landeskriminalamt ist eingeschaltet. Medien berichten von weiteren Mails, die im Umlauf sind. Diese fordern auf, zu viel erhaltene Zuschüsse umgehend zurückzuzahlen. 

Niedersachsen-Soforthilfe Corona mit finanzieller Unterstützung des Bundes

Seit dem 23.03.2020 können Soloselbstständige und kleine Unternehmen, die in Folge der Co-vid-19-Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind, die Soforthilfe bei der NBank nach dem unten beschriebenen Verfahren elektronisch beantragen. Die Antragstellung ist längstens bis zum 31.05.2020 möglich.

Die Förderung besteht aus einer Einmalzahlung und ist wie folgt nach Betriebsgröße gestaffelt:

  • bis zu 9.000 Euro: bei bis zu fünf Beschäftigten
  • bis zu 15.000 Euro: bei bis zu zehn Beschäftigten
  • bis zu 20.000 Euro: bei bis zu 30 Beschäftigten
  • bis zu 25.000 Euro: bei bis zu 49 Beschäftigten

Hinweis zur Ermittlung der Betriebsgröße: Es kommt auf das Vollzeitäquivalent (VZÄ) an. Das bedeutet, Sie ermitteln rechnerisch, wie viele Vollzeitstellen sich bei einer gemischten Personalbelegung mit Teilzeitbeschäftigten/geringfügig Beschäftigten ergeben.  

Wenn Sie bisher keinen Antrag gestellt haben, gehen Sie wie folgt vor: 

 

  1. Laden Sie sich den Antrag und die Kleinbeihilfenerklärung herunter und speichern Sie diese auf Ihrem PC.
  2. Öffnen Sie den Antrag und die Kleinbeihilfenerklärung direkt (über rechte Maustaste „öffnen mit“) von dem Speicherort auf Ihrem PC mit dem aktuellen Adobe Acrobat Reader DC.
  3. Füllen Sie den Antrag und die Kleinbeihilfenerklärung sorgfältig am PC aus.
  4. Senden Sie den Antrag, die Kleinbeihilfenerklärung und eine unterschriebene Kopie vom Personalausweis (Vorder- und Rückseite) des Unterschriftsberechtigten zusammengefasst in einer E-Mail an folgende E-Mail-Adresse: antrag@soforthilfe.nbank.de
    Die NBank versendet keine Eingangsbestätigung. Alle Ihre Anträge kommen aber an!
  • Sie haben bereits vor dem 31.03.2020 einen Antrag auf die Niedersachsen-Soforthilfe Corona gestellt und eine Bewilligung der NBank erhalten

    Sie können nun zusätzlich einen Antrag auf die Bundesförderung stellen. Prüfen Sie, ob Sie unter den neuen Voraussetzungen antragsberechtigt sind. Zusammen mit dem bereits erhaltenen Zuschuss darf keine Überkompensation entstehen, das heißt, die Zuschüsse dürfen die zu deckenden Kosten nicht übersteigen.

  • Sie haben bis zum Stichtag 31.03.2020 (vor Freischaltung der neuen Förderrichtlinien) einen Antrag auf Niedersachsen-Soforthilfe gestellt und noch keine Bewilligung erhalten

    Wenn der NBank ein korrekt ausgefüllter, vollständiger Antrag vorliegt und Sie zudem antragsberechtigt sind, wird dieser weiter unter den zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Förderbedingungen der Niedersachsen-Soforthilfe Corona bearbeitet. Sie erhalten dann eine Bewilligung der NBank.

    Unabhängig davon können Sie unter den Bedingungen der Bundesförderung einen zusätzlichen Antrag stellen. Sie müssen dazu nicht auf die Bewilligung der NBank warten.

Niedersachsen-Liquiditätskredit

Das Land Niedersachsen stellt für kleine Unternehmen bis 10 Beschäftigte Kredite von 5.000 bis zu 50.000 Euro als Liquiditätshilfe zur Verfügung. Das Besondere dabei ist, dass diese Liquiditätshilfe direkt von der NBank vergeben wird und dafür keine Sicherheiten erbracht werden müssen. Der Kredit ist zwei Jahre zins- und tilgungsfrei! Eine vorzeitige ganz oder teilweise außerplanmäßige Tilgung ist während der ersten zwei Jahre der Darlehenslaufzeit ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung jederzeit möglich. Ziel ist es, kleinen Unternehmen, die ein tragfähiges Geschäftsmodell haben, aber jetzt z. B. auf Grund von temporären Umsatzrückgängen im Zuge der Corona-Krise einen erhöhten Liquiditätsbedarf aufweisen, zu unterstützen.

Hinweis zur Antragstellung: Anträge auf den Niedersachsen-Liquiditätskredit werden ausschließlich über das Kundenportal der NBank gestellt.

Tilgungsaussetzung für bestehende NBank-Darlehen

Für den Niedersachsen-Kredit, Niedersachsen-Gründerkredit, Unternehmerkredit Energieeffizienz Niedersachsen, Niedersachsen-Kredit-Energieeffizienz Gebäude, Niedersachsen-Kredit Energieeffizienz Produktion kann ab sofort eine Tilgungsaussetzung für die Endkreditnehmer über die Hausbank bei der NBank beantragt werden. Dies ist für den Zeitraum ab dem 01.04.2020 bis zum 30.06.2020 möglich. Für die Leistungsrate im März 2020 kann die Hausbank für die Endkreditnehmer eine Rückerstattung der Tilgung bei der NBank beantragen.

Bürgschaften über die Niedersächsische Bürgschaftsbank (NBB)

Das Land Niedersachsen hat angesichts der aktuellen Situation seinen Bürgschaftsrahmen auf 3 Mrd. Euro erhöht. Sofern infolge der Corona-Krise zur Überbrückung Kredite notwendig, verbürgt die NBB nun Hausbankkredite bis zu einer Bürgschaftsobergrenze  von 2,5 Mio. Euro (bisher 1,25 Mio. EUR). Es gibt einen beschleunigten Bewilligungsprozesses für Bürgschaften bis zu 240 T€ bei 300 T€ Kreditvolumen (Expressverfahren). Achtung: Auch für diese Bürgschaften sind Ihre Hausbanken der erste Ansprechpartner. Es ist ebenso möglich Finanzierungsanfragen über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken unter finanzierungsportal.ermoeglicher.de zu stellen. 

KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen

Am 23.03.2020 ist das KfW-Sonderprogramm 2020 an den Start gegangen. Damit soll den kleinen, mittelständischen Unternehmen als auch Großunternehmen der Zugang zur Liquidität mit verbesserten Kreditbedingungen erleichtert werden. Die verbesserten Bedingungen sehen niedrigere Zinssätze, eine vereinfachte Risikoprüfung der KfW bei Krediten bis zu 3 Mio. EUR  sowie eine höhere Haftungsfreistellung durch die KfW von bis zu 90 Prozent bei Betriebsmitteln und Investitionen vor.

Das KfW-Sonderprogramm 2020 wird über die Programme KfW-Unternehmerkredit (037/047) und ERP-Gründerkredit-Universell (073/074/075/076) umgesetzt, deren Förderbedingungen modifiziert und erheblich erweitert werden. In Abhängigkeit von der Unternehmensdauer (bis 3 Jahre, 3-5 Jahre, mindestens 5 Jahre am Markt) greifen die unterschiedlichen Darlehensprodukte.

Neu: Seit dem 15.04.2020 können Betriebe mit mehr als 10 Mitarbeitern, die durch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten sind, für Anschaffungen (Investitionen) und laufende Kosten (Betriebsmittel) den neuen KfW-Schnellkredit 2020 (078) beantragen. Es können bis zu drei Monatsumsätze als Darlehen beantragt werden, maximal aber 500.000 Euro bei einer Betriebsgröße bis 50 Beschäftigte und maximal 800.000 EUR bei einer Betriebsgröße mit mehr als 50 Beschäftigten. Der Kredit wird zu 100% durch eine Garantie des Bundes abgesichert. Das erhöht Ihre Chance deutlich, eine Kreditzusage zu erhalten.

Weitere Informationen zu allen Darlehensprodukten finden Sie auf der Seite der KfW.
 

Hinweis zur Förderberatung und Beantragung: Ansprechpartner ist Ihre Haus­bank oder ein anderer Finanzierungs­partner Ihrer Wahl in Ihrer Nähe. Eine direkte Antrag­stellung über die KfW ist nicht möglich. (Hausbankprinzip) Um das Verfahren zu beschleunigen, können Sie aber über die Homepage der Kfw (https://corona.kfw.de/) Ihren Kreditantrag schon vorbereiten.

 

Erleichterte Stundung der Sozialversicherungsbeiträge

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen hat am 24.03.2020 in einem Rundschreiben angekündigt, dass Unternehmen, die sich wegen der Corona-Krise in ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten befinden, durch erleichterte Stundungsmöglichkeiten der Sozialversicherungsbeiträge entlastet werden sollen. Stundungen sind längstens bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Juni 2020 zu gewähren. Die Entscheidung über den Stundungsantrag liegt bei der Krankenkasse als zuständige Einzugsstelle nach pflichtgemäßem Ermessen. Bitte wenden Sie sich direkt an Ihre jeweils zuständige Krankenkasse. 

Aussetzung von Rentenversicherungsbeiträgen

Selbstständige, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig sind und durch die Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten, können auf Antrag ihre Beitragszahlung bis 31. Oktober 2020 aussetzen. Hierauf weist die Deutsche Rentenversicherung hin. Betroffene können sich formlos an ihren Rentenversicherungsträger wenden.

Stundung von BG-Beiträgen

Die Mehrheit der Berufsgenossenschaften bietet ihren Mitgliedsunternehmen, die aufgrund der Corona-Pandemie in wirtschaftliche Not geraten sind, schnelle und unbürokratische Liquiditätsentlastung an. Das heißt konkret, dass Unternehmen die Stundung oder auch Ratenzahlung von Beiträgen bzw. Vorschüssen beantragen können. Nähere Informationen und Hinweise zur Antragstellung finden Sie unter nachstehenden Links Ihrer zuständigen Berufsgenossenschaft:

Steuerstundung und Herabsetzung von Steuervorauszahlungen

Für bereits fällige sowie fällig werdende Einkommensteuer und Körperschaftsteuer (inklusive Solidaritätszuschlag) kann beim zuständigen Finanzamt die Stundung beantragt werden. Dies gilt ebenso für die Beantragung der Herabsetzung der Vorauszahlungen. Auch die Umsatzsteuer kann auf Antrag gestundet werden. In einigen Bundesländern, so auch in Niedersachsen, kann darüber hinaus zur Schaffung von Liquidität auch die Rückzahlung der bereits geleisteten Umsatzsteuersondervorauszahlungen für 2020 beantragt werden.
In Bezug auf die Gewerbesteuer kann die Herabsetzung des Steuermessbetrags für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Mittelbar ergibt sich daraus dann auch eine Herabsetzung von Gewerbesteuer-Vorauszahlungen seitens der Kommune. Die Stundung der Gewerbesteuer muss bei der zuständigen Kommune beantragt werden.

Kurzarbeit

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat in einer aktuellen Meldung ausdrücklich klargestellt, dass bei Auftragsengpässen durch das Coronavirus die Beantragung von Kurzarbeitergeld grundsätzlich möglich ist.

Vor der Beantragung von Kurzarbeitergeld aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus müssen Betriebe die zuständige Agentur für Arbeit kontaktieren. Diese prüft, ob die Voraussetzungen für die Leistung erfüllt sind. Zudem hat die Bundesagentur für Arbeit eine Hotline eingerichtet (0800 45555 20).

Der Hinzuverdienst von Kurzarbeitern in sogenannten „systemrelevanten Branchen“ bleibt bis zur Höhe des Soll-Entgelts anrechnungsfrei. Diese Regelung tritt am 01.04.2020 in Kraft und ist zunächst bis zum 31.10.2020 befristet. Die verbindliche Festlegung der „systemrelevanten Branchen“ muss im Zweifel bei der Arbeitsagentur nachgefragt werden.

Corona-Grundsicherung

Die Ausbreitung des Coronavirus hat spürbare Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Eine Folge sind bei vielen Menschen Sorgen um die finanzielle Existenz. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer können durch die eingetretene Krise ihren privaten Lebensunterhalt nicht mehr sicherstellen.

Wir informieren Sie darüber, welche Unterstützung in dieser Situation der Bezug von Grundsicherung (auch genannt: Arbeitslosengeld II) für Sie sein kann. Der Zugang zu dieser finanziellen Leistung wurde durch das Sozialschutz-Paket der Bundesregierung vorübergehend erheblich erleichtert.

Details zur Corona-Grundsicherung finden Sie hier:  https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-grundsicherung/

Beratungsförderung  "Homeoffice"

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Handwerksbetriebe bei Beratungsleistungen zur Umsetzung von Homeofficearbeitsplätzen mit der Erweiterung des Förderprogramms „go digital“.

Erstattet werden bis zu 50 Prozent der Kosten einer unterstützenden Beratung durch ein vom BMWi autorisiertes Beratungsunternehmen. Gelistete Unternehmen finden Sie auf der Beraterlandkarte . Die Förderung erhalten Sie für maximal 30 Tage bei einem Beratertagessatz von 1100,00 €. Die Beratungsunternehmen übernehmen auch die Antragstellung für die Fördermittel, die Abrechnung und das Berichtswesen.

Digitalbonus Niedersachsen

Das Förderprogramm Digitalbonus Niedersachsen wird um weitere 15 Millionen Euro aufgestockt und zusätzlich an den speziellen Bedarf von Unternehmen in der Corona-Krise angepasst.

Nach wie vor müssen die Investitionen für kleine Unternehmen mindestens 5.000 Euro betragen. Der Zuschuss beträgt bis zu 50 Prozent für kleine Unternehmen und bis zu 30 Prozent für mittlere Unternehmen.

Niedersächsische Unternehmen können den Zuschuss von mindestens 2.500 und bis zu 10.000 Euro nun ab sofort auch für Homeoffice-, Videokonferenz- und Telemedizintechnik beantragen.

Nur für diese Anschaffungen ist auch ein vorzeitiger Maßnahmebeginn möglich, d.h. nach erfolgreicher Antragstellung im Kundenportal der NBank.

Wer explizit in diesen Anwendungsbereichen einen Antrag gestellt hat, kann diese Technik somit umgehend beschaffen - ohne wie sonst üblich auf den Förderbescheid warten zu müssen.

Der aktuellen Situation angepasst, soll so die Beschaffung erheblich beschleunigt werden.